Schnee hinter dem Kiefernhain

von Sohrab Sepehri

1970 · 1900er

Hinter dem Kiefernhain: Schnee.

Schnee – ein Schwarm Krähen.

Ein Weg heißt Fremde.

Wind, ein Lied, ein Reisender,
und ein leiser Drang zu schlafen.

Ein Efeuzweig, ein Ankommen, ein Hof.

Ich,
und Sehnsucht,
und diese nasse Scheibe.

Ich schreibe – und Raum.
Ich schreibe – zwei Wände
und einige Spatzen.

Jemand ist sehnsüchtig.
Jemand webt.
Jemand zählt.
Jemand singt.

Leben heißt:
Ein Star flog auf.

Warum wurdest du traurig?

An kleinen Freuden fehlt es nicht:
zum Beispiel diese Sonne,
das Kind von übermorgen,
die Taube jener Woche.

Gestern Nacht starb jemand –
und noch immer ist das Weizenbrot gut.

Und noch immer fließt das Wasser hinab,
die Pferde trinken.

Tropfen im Fluss,
Schnee auf den Schultern der Stille,
und Zeit
auf der Wirbelsäule einer Jasminblüte.

#Natur#Stille#Sehnsucht#Fremde#Existenz#Alltag#Philosophie
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