Das verlassene Mägdlein

von Eduard Mörike

1829 · 1820er

Früh, wann die Hähne krähn,
Eh die Sternlein verschwinden,
Muß ich am Herde stehn,
Muß Feuer zünden.

Schön ist der Flammen Schein,
Es springen die Funken;
Ich schaue so drein,
In Leid versunken.

Plötzlich, da kommt es mir,
Treuloser Knabe,
Daß ich die Nacht von dir
Geträumet habe.

Träne auf Träne dann
Stürzet hernieder;
So kommt der Tag heran –
O ging er wieder!

#Mörike#Volkslied#Liebesleid#Untreue#Biedermeier#Magd
Teilen:

Kommentare

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste, der seine Gedanken zu diesem Gedicht teilt.